
Roozbeh Nafisi
Roozbeh Nafisi ist Komponist und Improvisator. Er wurde im Iran geboren und studierte dort Musik, außerdem in den USA, Österreich, Deutschland, Japan und Estland. Bis 2022 lehrte er an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Er ist unter anderem Preisträger des Internationalen Gustav-Mahler-Kompositionspreises. Das Santur ist seit seiner Kindheit sein Stamminstrument. Seine Musiksprache greift Elemente der altpersischen Musik auf, die er jedoch auf persönliche, zeitgenössische Weise zum Ausdruck bringt. Das vorgestellte Werk ist Teil seines noch in Arbeit befindlichen Zyklus mit dem Titel „Instrumentenlieder“, der freundlicherweise von der Stadt Wien, MA7 Kultur, gefördert wird. In diesem Liederzyklus kommen keine Sänger zum Einsatz, stattdessen lassen die Instrumente „singen“.

Hui Ye
Titel: OM A RA PA CA NA DI
Ausgehend von ihrer langjährigen Forschung zu den Stimmen von Menschen und Maschinen versucht Hui Ye, ihre eigene Stimme mit den phonetischen Merkmalen KI-basierter Sprachsynthese zu verschmelzen. Durch den vokalen Akt des Mantra-Rezitierens – ein repetitives, poetisches Ritual mit der eigenen Stimme – sollen Übergänge zwischen der murmelnden Stimme und ihren algorithmischen Körpern geschaffen werden.

Jung an Tagen
Jung an Tagen versteht das Experimentelle nicht als bloße Abweichung von ästhetischen Konventionen, sondern als Entwicklung und Umsetzung kompositorischer Systeme mit unvorhersehbaren Ergebnissen. Elektronische Musik erscheint dabei als Auflösung überlieferter instrumentaler Traditionen und zugleich als Öffnung neuer ästhetischer Möglichkeiten. Obsessive Wiederholungen, motivische Veränderungen, aleatorische Anordnungen, pareidolische Täuschungen und Moiré-Effekte fragmentieren musikalische Strukturen und erzeugen eine eigentümliche, mechanische Fremdheit.
Hinter Jung an Tagen steht Stefan Juster, der seit rund zwei Jahrzehnten unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlicht und mit Labels wie Editions Mego und Diagonal zusammengearbeitet hat. Bei Festivals wie Unsound und Sonic Acts erforscht er die Grenzen zwischen Techno und experimenteller Computermusik. Seine Arbeiten setzen auf psychoakustische Phänomene, körperliche Desorientierung und intensive Klangerfahrungen. 2020 gründete er das Netlabel ETAT.xyz. Seit 2019 entwickelt er gemeinsam mit dem Filmemacher Rainer Kohlberger audiovisuelle Performances, die Wahrnehmung und das Verhältnis von Selbst und Umwelt herausfordern.